Litauische Portraits, 2012

In dieser Serie von Bildern zeige ich Portraits von Menschen in ihrem Alltag in Litauen. Im Oktober und November 2012 hatte ich eine Kunstresidenz in Klaipeda, die mir durch die Jeune Création Européenne aus Montrouge in Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Kommunikationszentrum Klaipeda ermöglicht wurde. In diese Zeit fielen die Parlamentswahlen, so dass ich nur in die verschiedenen Städte reisen musste, um Straßenfotografien zu machen, und ich hatte mein Thema.

Neue Freunde ließen mich ihre Städte besuchen. In Kaunas, Vilnius und auch Riga (Lettland) lief ich durch die Straßen. Ich traf scheue Passanten und Wartende vor Wahlwerbung und sprach schließlich immer mehr Menschen an, ein Portrait von ihnen machen zu dürfen. Beim Erstellen der Serie fand ich, dass auch in den Gebäuden, die ich nebenbei mit aufgenommen hatte, Portraits steckten. Ihre Oberflächen zeigen, wie sich die Stadt darzustellen versucht, etwa in den repräsentativen Hotels in Klaipeda mit dem Blumenhaffkahn, oder den modernen Bürotürmen des Europa-Centers, die dem Teil von Vilnius nördlich der Neris ein neues Gesicht geben sollen. Doch gerade diese Hochhäuser ähneln in Form und Auftreten denen aus der Sowjetzeit, von der Litauen seit 1991 sonst eher Abstand nehmen will. Ich will ein zeitgenössisches Portrait der Stadt mit ihren Strukturen und den von diesen bestimmten Bewohnern zeigen.

Die Ausstellung war vom 23.11.2012 bis 7.1.2013 im Klaipedos Kultturu Komunikaciju Centras zu sehen und wird an weiteren Orten fortgesetzt.
Ab 12.6.2013 sind die Bilder im Schaufenster des ehemaligen Schleckers Schönhauser Allee/Gaudystr. Berlin zu sehen.

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